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v.l.n.r.: Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel, Koordinator des Insektenbündnisses Ulrich Schmersow, Vizepräsident Dr. Reinhard Martinsen. Quelle: Landeshauptstadt Hannover

Insektengarten im Kleingärtnerverein Davenstedt eingeweiht

Das Präsidium, 5. May 2022

Wildbienen statt Beton

In einem Kooperationsprojekt haben Stadtverwaltung, der Bezirksverband sowie der KGV Davenstedt e.V. eine zuletzt als Festplatz genutzte Gemeinschaftsfläche in der Kolonie „Im Kleinen Bruche“ entsiegelt und zu einer artenreichen Blühwiese umgestaltet. Die insektenfreundliche Fläche soll einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt auf den Vereinsflächen leisten, zum Nachahmen und zu Naturbeobachtungen einladen. Das Projekt ist auch ein Beitrag zum „Insektenbündnis Hannover“. Den geschaffenen Insektengarten haben Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel und Dr. Reinhard Martinsen, Vizepräsident des Bezirksverbands am 20. April im Rahmen einer kleinen Vereinsfeier offiziell eingeweiht.

„Die Kleingärtner*innen der Kolonie „Im Kleinen Bruche“ gehen mit bestem Beispiel voran. Sie haben nicht nur den gesellschaftlichen Wandel aufgegriffen, sondern zugleich eine vorbildliche Neugestaltung im Sinne der biologischen Vielfalt und der Anpassung an den Klimawandel geschaffen“, betont Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel und führt weiter aus: „Statt betonierter Gemeinschaftsfläche gibt es nun eine Blühwiese, die alle erfreut – auch die Insekten. Die Umgestaltung in der Kolonie zeigt, wie ökologische Verbesserungen langfristig die Qualität der Kleingartenanlagen sichern und nebenbei einen Beitrag für die großen Zukunftsthemen leisten. Dafür sage ich herzlichen Dank.“

BZV-Vizepräsident Dr. Reinhard Martinsen ergänzt: „Die Kleingärtnervereine Hannovers leisten seit jeher einen wesentlichen Beitrag zum Naturschutz in der Stadt. In verschiedenen Kleingärtnervereinen wurden erste Projekte zur Unterstützung der Insektenvielfalt angestoßen, um gemeinsam dem Prozess des Artenrückgangs zu begegnen. Der BZV wird sich dafür einsetzten, dass weitere Vereine in Kooperation mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, als Bündnispartner, Flächen für mehr Biodiversität herrichten.“

Vom betonierten Festplatz zur Blühwiese
Die in der Kolonie „Im Kleinen Bruche“ gelegene, rund 250 Quadratmeter große Betonfläche diente als Ort für Festlichkeiten. Wie in vielen anderen Kleingärtnervereinen hatte die Ausrichtung von Veranstaltungen dieser Art in den vergangenen Jahren stark abgenommen, so dass sich der Verein eine neue Nutzung und Unterhaltung für die Fläche überlegte. Vertreter*innen von KGV, BZV und Landeshauptstadt kamen überein, die Betonfläche zurückzubauen und in eine pflegeleichte und ökologisch wertvolle mehrjährige Blühfläche umzugestalten.

Den Rückbau der Betonflächen und die Anlage der Blühflächen hat maßgeblich der Ausbildungsbetrieb GaLaBau der Landeshauptstadt Hannover übernommen. Die angehenden Gärtner*innen haben dabei auch die anfallenden Altmaterialien kreativ für die Neugestaltung der Fläche eingesetzt. Zudem haben Beschäftige des Beschäftigungsstützpunktes Hölderlinstraße den benötigten neuen Zaun errichtet.

Auch die vorgelagerte Zuwegung zu dem ehemaligen Festplatz wurde überarbeitet. An die Stelle des Betonplattenbelags kam eine wassergebundene Wegedecke. Eine wesentlich schmalere Zuwegung zum Vereinsheim aus den alten Betonplatten ermöglicht einen barrierefreien Zugang. Die übrigen Platten wurden nicht entsorgt, sondern als Baustoff für eine Trockensteinmauer verwendet.„Diese Form des nachhaltigen ‚Upcyclings‘ ist nicht nur Ressourcen schonend, sondern dient gleichzeitig dem Artenschutz: Viele Insekten bevorzugen die Fugen und das besondere klimatische Milieu einer Trockensteinmauer als Lebensraum“, erläutert Anja Ritschel.

Um die ökologische Aufwertung konsequent durchzuführen, haben die Gärtner*innen in die neue Blühwiese heimische Wildrosen gepflanzt.
Ein rund 45 Quadratmeter großer Geräteschuppen an der Westseite der Blühfläche wurde zugunsten von Wildrosen und eines Apfelbaums ebenfalls zurückgebaut.

Zur Nachahmung anregen
Der neue „Insektengarten“ soll auch andere Vereine zur ökologischen und ästhetischen Aufwertung ihrer Flächen anregen und auf nachhaltige Lösungen insbesondere zum Thema Insekten aufmerksam machen.

Interessierte Kleingärtnervereine können sich gern mit dem Bezirksverband Hannover der Kleingärtner e.V. in Verbindung setzen.
E-mail: info@bzvhannover.de oder Tel-Nr.: 0 511 / 69 97 18.

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